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Marktanalyse

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Der Frühling zieht ins Land und auch auf unserer Insel wird es nun sonniger und grüner.
Damit steigt auch die Lust auf ausgiebige Erkundungstouren auf der Suche nach der
passenden Immobilie. Wenn es auch keine Eigenheimzulage mehr gibt und das absolute
Zinstief vorbei ist, so sind doch die Bedingungen für den Immobilieninteressierten so gut wie
kaum jemals zuvor. Preise auf erträgliches Niveau gesunken, Zinsen noch niedrig. Trotzdem
gilt es einige Hürden zu nehmen, denn der Föhrer Immobilienmarkt birgt einige
Besonderheiten.
Lesen Sie dazu unsere kleine Marktanalyse
Besondere Nachfrage herrscht auf der Insel nach:
• Häusern unter Reet
• Stadthäusern (Wyk)
• Eigentumswohnungen (Stadtnah, Wyk)
• Freistehenden Einfamilienhäuser
Das Gros der Immobilieninteressierten teilt sich in zwei Hauptgruppen, die untereinander
durch ihr Nachfrageverhalten den Markt beeinflussen.
1. Einheimische junge Familien
2. Gäste die ein eigenes Feriendomizil suchen, bzw. dieses später oder sofort als
Altersruhesitz nutzen möchten
Während in früheren Jahrzehnten die Gemeinden für junge Familien verbilligtes Bauland
auswiesen, wurde diese Praxis inzwischen fast vollständig eingestellt. Diese drängen nun
also auf den Gebrauchtmarkt von Einfamilienhäusern und auf „normales Bauland“. Reethäuser sind für diese Gruppe eher uninteressant.

Für Föhrer Gäste sind gerade diese interessant. Dabei spielt häufig ein eher romantischer Gedanke denn Pragmatismus eine Rolle.

Nehmen wir uns einmal die verschiedenen Immobilientypen vor:
1. Häuser unter Reet
Zu unterscheiden sind historische Friesenhäuser, im friesischen Stil erbaute Häuser mit
meist zwei Einheiten (Doppelhäuser), oder mehr Einheiten (Teilhäuser oder
Eigentumswohnungen).
Historische Friesenhäuser gibt es wiederum in zwei Kategorien: Kernsanierte oder
weitgehend unsanierte Häuser.
Ein kernsaniertes Friesenhaus ist selten am Markt zu finden. Wenn Sie eines finden, werden
Sie ein kleines Vermögen hinlegen müssen. Warum lässt sich am Besten am Beispiel eines
unsanierten Friesenhauses darstellen. So ein Haus bekommen Sie ab ca. 200.000.-
angeboten. Doch Vorsicht – was auf den ersten Blick kaum den Grundstückswert übertrifft,
kann sich schnell zum Fass ohne Boden entwickeln. Diese Häuser müssen häufig völlig
entkernt und vollkommen neu wieder ausgebaut werden. Dabei schaut Ihnen der
Denkmalschutz ständig über die Schultern. Auch eine große zugehörige Scheune ist keine
Gewähr für eine Refinanzierung z.B. durch zusätzliche Ferienwohnungen. Häufig stehen
diesem Gedanken Bebauungspläne im Wege. Sie brauchen also viel Zeit, Geld, Nerven und
einen erfahrenen Architekten. Wer dies alles mitgebracht und überstanden hat, verkauft so
schnell nicht wieder und wenn, dann nur sehr teuer. Häufig nehmen sich auch Bauträger so
eines Objektes an und teilen in Eigentumswohnungen wenn möglich.
Neuere Reethäuser mit nur einer Wohneinheit gibt es fast gar nicht, als Doppelhaushälften
aber sehr oft. Ob diese als künftige Alterruhesitze taugen bleibt allerdings fraglich.
Sie bewegen sich hier eher in der Vertikalen, müssen also gut zu Fuß sein. Ihren Nachbarn
können Sie sich auch nicht aussuchen (Einen Stinkstiefel finden Sie in jeder
Eigentümergemeinschaft). Dies gilt natürlich auch für Hartdächer.
Grundsätzlich bleibt zu Reetdachhäusern zu sagen, dass ihre Beliebtheit jedem Verkäufer
und Makler bekannt ist, was sich unweigerlich im Preis niederschlägt. Beachten Sie auch die
erhöhten Folgekosten wie Versicherung und Reparatur. Ein neues Reetdach sieht nicht
lange schön aus. Insbesondere unter Bäumen und an den Nordseiten, bei enger Bebauung
und damit schlechterer Belüftung setzt so ein Dach schnell Moos an. Das Reet ist nie
ungezieferfrei, was besonders die Föhrer Vogelwelt erfreut. Diese findet dort nicht nur Ihr
Futter, sondern auch gleich das richtige Baumaterial für den Nestbau. Das Sie jeden Morgen
Ihre Terrasse abfegen müssen sollte nicht unerwähnt bleiben. Staub, Reetfragmente und
Moos rieselt täglich von neuem auf Ihre Gartenmöbel.
Stadtnahes Wohnen ist hipp und ein Trend der Zeit. Es bietet viele Vorteile: Cappuccino
trinken am Sandwall, Schaufenster bummeln, der Musik am Meer lauschen, Restaurants und
Kneipen gleich um die Ecke, Strandbesuch.
Leider können sich viele dieser Vorteile auch ins Gegenteil umkehren: Lärm.
Dazu kommt die merkwürdige Verkehrsführung in Wyk, die weite Umwege erforderlich
machen kann und eine katastrophale Parksituation.
Stadthäuser: Viele dieser Häuser im Herzen von Wyk sind um 1900 oder in der 30ern
gebaut. Sie müssen hier mit einem erheblichen Sanierungsaufwand rechnen.
Eigentumswohnungen in unseren Bausünden der späten 60er und 70er Jahre sind recht
günstig, wer´s mag.
Architektonisch ansprechende Neubauten sind häufig mit der schnellen Nadel gestrickt. Da
wird schnell mal an Silikon gespart und Anschluss- und Setzfugen einfach mit Fugenweiß
verschlossen, achten Sie auch auf den Schallschutz zum Nachbarn (den Sie sich wieder
nicht haben aussuchen können). Die schön gestrichene Fassade ist auf der Insel eher
untypisch, denn Sie verursacht, im Vergleich zum Ziegel, Folgekosten. Dass der fehlende
Ziegel den Preis ordentlich senken sollte hat der Verkäufer glatt vergessen.
Richtige freistehende Einfamilienhäuser sind eine Seltenheit auf der Insel und dies ist
historisch bedingt, schließlich lebt man hier vom Fremdenverkehr. Schon in den 50er, 60er
Jahren erbaute Häuser waren mit „Fremdenzimmern“ ausgestattet. Davon zeugen häufig
noch heute Waschbecken oder zumindest Wasseranschlüsse an den unmöglichsten Stellen.
In den späten 70ern und 80ern wurden aus diesen Zimmern dann zumeist
Ferienwohnungen. Neben einer umfassenden Sanierung der Infrastruktur erfordern diese
Häuser auch sonst große Umbaumaßnahmen. Sie sind, kurz gesagt, verbaut. Die Zimmer
sind meist klein, die Raumaufteilung ungünstig. Von vernünftiger Isolierung wollen wir gar
nicht sprechen. Einen gewissen Charme kann man diesen Häusern aber nicht absprechen.
Nebenbei bemerkt verfügen diese Häuser oft über ein vergleichsweise großes Grundstück
(Pflegeaufwand). Wenn Sie mit dem Gedanken spielen im hinteren Teil ein
Pfeifenkopfgrundstück abzuteilen, um z.B. die Finanzierung zu erleichtern oder dort dann
selbst neu zu bauen, achten Sie auf eine auseichende Straßenfront, Ihnen bleibt im vorderen

Bereich sonst nur noch ein Handtuch, wodurch dieser Teil praktisch unverkäuflich werdenkann. Einfamilienhäuser der End-70er bis Anfang der 80er Jahre sind einiges größer, häufig schon
mit einer oder mehreren Ferienwohnungen versehen, aber häufig in Fertigbauweise errichtet.
Dies war damals ein Trend. Sie finden überwiegend die Marken Nordmarkhaus
(Innenausbau mit Knaufgipsplatten, verklinkert, gut zu erkennen an den Fensterstürzen, dort
sehen Sie eine wasserfeste Sperrholzplatte) und Zenker/Neckermann (Innenausbau
Spanplatte, teilverklinkert oder nur verputzt und gestrichen), die Infrastruktur sollte genau
geprüft werden. Die Isolierung ist schon ganz ordentlich.
Ab den 80ern wurde wieder deutlich mehr in Massivbauweise gebaut, zunächst in
Kalksandstein mit Kerndämmung, Luftschicht und Klinker, später in Ytong, was die
Kerndämmung einsparte und bessere Isolierung brachte. Es gibt aber auch hier einige
Häuser, die eine zusätzliche Kerndämmung aufweisen.
Exkurs: Ist die Kerndämmung in Steinwolle ausgeführt, dürfte diese inzwischen wertlos sein,
da sie mit zunehmender Feuchtigkeit den Dämmwert verliert. Deutlich besser ist Styropor,
Kork oder Styrodur.
Ab den 80er Jahren wurden viele Häuser mit Hilfe der „Wohnungsbau-Kreditanstalt“ und mit
der Abschreibungsmöglichkeit nach § 7b gebaut (damals sollte noch Dauerwohnraum
geschaffen werden). Häuser die auf diese Weise finanziert wurden haben im Obergeschoss
eine Einliegerwohnung, sind relativ klein und sehr schlecht als „richtiges Einfamilienhaus“ zu
nutzen. Das die Einliegerwohnung inzwischen als Ferienwohnung fungiert bedarf keiner
näheren Erläuterung. Die Infrastruktur sollte in Ordnung sein, die Isolierung ebenso,
allenfalls über eine neue Heizungsanlage sollte man in den nächsten Jahren nachdenken.
Wer so ein Haus als richtiges Einfamilienhaus nutzen möchte, muss allerdings einige
Umbauten in Kauf nehmen.
Neuere Einfamilienhäuser aus den 90ern oder noch aktueller finden Sie kaum, wenn gar
nicht.
Bauland: Erschlossene Grundstücke finden Sie auf Föhr kaum noch. Gerade in den letzten
Monaten wurden in Wyk und Nieblum viele noch vorhandene Baulücken geschlossen. Ein
größeres zusammenhängendes Gebiet wurde gerade in kleine Handtücher geteilt.
Sollte eine Gemeinde wieder ein neues Baugebiet ausweisen (darauf deutet im Moment
nichts hin), richtet sich dieses Angebot ausschließlich an junge Familien des jeweiligen
Ortes. Der Bodenrichtwert beginnt bei 200.-/qm, je nach Lage.
Lage: Je nach Lage/Ort unterscheiden sich auch die Immobilienpreise.
Besonders beliebt ist Nieblum mit Ortsteil Goting, gefolgt von Wyk und Utersum. Hier sind
die Preise besonders hoch. In den anderen Inselgemeinden geht es etwas moderater zu.
Wer also nicht unbedingt in 2 Minuten am Strand sein möchte, kann viel Geld sparen.
Wir hoffen wir konnten Ihnen einige wertvolle Tipps zum Immobilienkauf auf unserer Insel
geben und bedanken uns für Ihr Vertrauen.

Dieser Artikel unterliegt dem Copyright
Nachdruck, Kopie oder anderweitige Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung
durch crunch-media, Inh. Helmut Winkler, Waldstraße 15, 25938 Wyk auf Föhr

 

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